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Der Aufbau einer Wehrburg

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Obwohl jede Wehrburg ihr eigenes Aussehen und Erscheinungsbild hat, und alle Burgen sehr verschiedenartig aussehen, sind bestimmte Bauten und Gebäudeteile bei allen dieser Burgen anzutreffen.

Die meisten Burgen haben eine Vorburg. Das ist der Teil einer Burganlage, in dem sich die Gebäude befinden, die für die wirtschaftliche Versorgung der Burgbewohner nötig sind, z.B. Scheunen, Ställe, Lagerräume, Schuppen, Gesindehäuser und Werkstätten.

Solche Vorburgen sind durch eine eigene Ringmauer befestigt und von dem eigentlichen Wohnbereich der Burg durch einen Graben, Mauern und Tore getrennt.

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Der Hauptzugang zum eigentlichen Wohnbereich der Burg führt in vielen Fällen durch die Vorburg.

Sie bildet so eine Art von Verteidigungspuffer. Früher wurde die Vorburg auch häufig zum Zufluchtsort für die Bevölkerung des umliegenden Landes.

Das erklärt auch, warum die Kapelle einer Burganlage oft in der Vorburg zu finden ist. Sie diente gleichzeitig auch als Pfarrkirche für die Bevölkerung.

Das Burgtor – meistens der einzige Zugang zur Burg – bestand aus schwerem, dicken Holz, das oft mit zusätzlichen Balken und Eisenpanzerungen versehen war.

Eine weitere Sicherung war ein Fallgatter, das mit einer Winde vor dem Burgtor herabgelassen werden konnte.

Schutz bot auch bei vielen Wehrburgen die Zugbrücke. Sie konnte mit einem Gegengewicht hochgezogen werden und legte sich dann vor das Eingangstor.


 

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Die Burgmauer – auch Wehrmauer genannt -, die oft als Ringmauer angelegt war, wies in regelmäßigen Abständen schmale rechteckige Schießscharten auf, die sich zum Innern der Burg hin deutlich verbreiterten.

Hinter ihnen konnten sich die Armbrustschützen sicher verbergen und auf die Feinde schießen.

Viele Mauerkronen wurden auch ab dem 14. Jahrhundert mit Pechnasen versehen, von wo aus die Feinde mit heißem Pech überschüttet wurden. Aber auch der Abwurf von Steinen und Unrat war üblich.

Die Burgmauer wurde zusätzlich mit Mauertürmen verstärkt, um alle Mauerbereiche einsehen zu können und jeden Angreifer sofort zu erspähen.

An der gesamten Burgmauer entlang verlief der meistens aus Holz errichtete Wehrgang, auf dem man um die ganze Burg laufen konnte, um sie nach allen Seiten zu verteidigen.

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Der Bergfried, der Hauptturm der Burg, überragte alle anderen Gebäude der Burg und wurde als letzte Verteidigungsstellung genutzt, falls es den Feinden gelang, trotz aller Schutzmaßnahmen in die Burg einzudringen.

Der Eingang zum Bergfried lag oft mehrere Meter über dem Boden und war nur mit einer Leiter zu erreichen, die bei drohender Gefahr eingezogen wurde.

Innerhalb des Bergfrieds wurden von den Burgbewohnern für den Fall einer Belagerung Vorratsräume und Waffenkammern angelegt.

Unterirdisch befand sich im Bergfried auch oft der Kerker der Burg.

Das eigentliche Wohnhaus einer Burg war der Palas. Hier befanden sich die Gemächer des Burgherren , die Kemenate der Burgherrin und die Wohnräume der hochgestellten Personen der Burg.

Im Palas waren auch der Rittersaal und die Burgküche untergebracht. In den Kellerräumen wurden die Vorräte gelagert.

Auch der meistens einzige Kamin in einer Burg war in diesem Gebäude und heizte die Kemenate der Burgherrin.

Brunnen und Zisternen, in denen Regenwasser aufgefangen werden konnte, waren auf einer Burg lebenswichtig, um sich im Fall einer Belagerung neben den gelagerten Lebensmitteln auch ausreichend mit Trinkwasser versorgen zu können.

 

Quelle:
Fotos: Medienwerkstatt Mühlacker
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