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Datteln - Katastrophenalarm am Dortmund-Ems-Kanal

Unglück 

Abb Für Datteln, den größten Kanalknotenpunkt Europas, wurde am Dienstag, den 11. Oktober 2005 um 14.43 Uhr Katastrophenalarm ausgerufen.

Am Dortmund-Ems-Kanal (DEK) hatten sich an der Baustelle der neuen Lippeunterführung, an der Dattelner Stadtgrenze zu Olfen, Teile der Kanalspundwände gelockert.

Das ausgetretene Wasser unterspülte die Baustelle. Auf dem weichen Untergrund wurde ein 50 m hoher und tonnenschwerer Baukran in eine bedrohliche Schieflage gebracht. Der Kanaldamm an der Baustelle zur neuen Lippeüberführung stand kurz vor dem Durchbruch.

Durch das schnelle Reagieren der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West konnte ein noch größeres Unglück verhindert werden. 1,5 Mio m³ Wasser der betroffenen Teilstrecke mit einer Länge von 8 km, einer Wassertiefe von ca. 4 m unter eine Durchschnittsbreite von 50 m drohten mit einer ungeheueren Druckwelle in die Lippe zu laufen.

Man befürchtete eine Flutwelle von 3 m Höhe und mehr, sollte der Damm auf einmal brechen. 40 – 50 m³ Wasser flossen pro Sekunde vom Kanal in den Fluss. Anrainer der Lippe in Datteln-Ahsen wurden evakuiert.

Die schweren Sperrtore aus Stahl nördlich und südlich der Unglücksstelle wurden innerhalb von 15 min durch die Fernsteuerzentrale am Dattelner Meer herabgelassen, um die auslaufenden Wassermassen zu begrenzen. Das südliche Teilstück, das am Dattelner Meer (dort beginnt der Wesel-Datteln-Kanal) grenzt und das nördliche Sperrtor, kurz vor Lüdinghausen, wurden abgeriegelt.

Binnenschiffer erhielten Signalzeichen, dass sie innerhalb von 15 min den Gefahrenbereich verlassen sollten. Als die Sperrtore heruntergefahren worden sind, befand sich kein Schiffer mehr in dem betroffenen Kanalstück. Die Sperrtore hielten dem Druck der Wassermassen stand.

Die Fernsteuerzentrale in Datteln war zu jedem Zeitpunkt „Herr der Lage“.

Ursache des Unglücks 

Abb Über die Ursachen wird spekuliert. Zum einen sollen sich durch Bauarbeiten am Brückenbauwerk die Kanalspundwände gelockert haben.

Seit 2004 wird in der Kanalstadt für 36,5 Mio Euro eine neue Doppeltrogbrücke für den DEK über die Lippe gebaut. Eine Fertigstellung ist voraussichtlich für das Jahr 2009 geplant.

Zum anderen soll ein Schiff, das am Dienstagmorgen ein Brückenbauteil angeliefert hatte, von einem zweiten Schiff gerammt und gegen die Spundwand gedrückt worden sein. Dieser Aufprall soll das Leck verursacht haben. Ermittlungen durch die Polizei wurden aufgenommen.

Der 500 t schwere und 50 m hohe Baukran wurde durch Kies und Beton gesichert. Ein durch Spundwände gestützter Querdamm im Kanal unterstützte sowohl das Absaugen des Restwassers aus dem Kanalstück als auch die Trockenlegung die Baustelle. Eine Hochleistungstauchpumpe (9000l/min) kam zum Einsatz.

 

Wichtige Wasserstraße 

Abb Der DEK zählt zu den wichtigsten Wasserstraßen zwischen dem Ruhrgebiet und den dt. Seehäfen, Berlin und dem osteuropäischen Raum. Letztes Jahr transportierten ca. 17000 Binnenschiffer auf dem Kanalweg rund 13 Millionen Tonnen Frachtgut.

Der Gütertransport auf den Wasserstraßen erweist sich nicht nur kostengünstiger sondern auch umweltfreundlicher im Gegensatz zum Transport auf unseren Straßen und Schienen.

Dieses Unglück ist ein hartes Los für die Binnenschiffer. Kostspielige Umwege müssen vorerst in Kauf genommen werden.

Ein Lichtblick für die Binnenschiffer – Ist das Leck der Kanalspundwand abgedichtet, dauert es 15 Stunden bis die Fernsteuerzentrale des Dattelner Meeres per Knopfdruck das Teilstück wieder geflutet hat und der Dortmund-Ems-Kanal wieder komplett befahrbar ist.

Fischsterben - eine Folge des Unglücks? 

Abb Mehrere Millionen Fische sind durch den Wassersog in die angrenzende Lippe mitgezogen worden. In dem verbleibenden Restwasser (kurz hinter bzw. vor der Unglücksstelle) besteht eine Wassertiefe von 40 cm bis 80 cm.

Heimische Fische wie der Karpfen, der Aal, Zander und Barsche können überleben. Bei einer Wassertemperatur von zur Zeit 8 ° C stellt der Karpfen seine Nahrungsaufnahme ein.

Der Aal sucht sich im Untergrund seinen Weg und sowohl der Zander als auch der Barsch suchen sich ihre Nahrung bei den verbleibenden Kleinfischen. Anders wäre die Situation, wäre das Unglück im Sommer passiert.








 

Hier findest du weitere Informationen über Datteln, den größten Kanalknotenpunkt Europas ...

 

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Hier erfährst du etwas über die Flutung des Dortmund-Ems-Kanals am 12. Dezember 2005

 

Quelle:
Fotos: Medienwerkstatt

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