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Der Circus Maximus ein Veranstaltungsort für Wagenrennen

Abb Der Circus Maximus bestand aus einer langgestreckten Arena (ca. 600 m lang und 200 m breit) mit einer abgerundeten Seite.

Sie war auf den beiden Längsseiten und der einen halbkreisförmigen geschlossenen Schmalseite von den stufenweise erhöhten Sitzreihen der Zuschauer umgeben.

Zur Sicherheit der Zuschauer ließ Caesar noch einen etwa drei Meter breiten und tiefen Kanal graben, der dann aber unter Nero, um zusätzlichen Raum zu gewinnen, wieder zugeschüttet wurde.

An der anderen Schmalseite (im Westen) des Circus Maximus befanden sich die Wagen- und Pferdeschuppen (carceres), die anfangs aus Holz, später aus Tuffstein oder Marmor bestanden.

Abb Die Arena, ein sandiger Platz war vollständig eben.

Der Sand diente dem Zweck, den Aufschlag der hufeisenlosen Pferde zu mildern.

Durch die Mitte der Arena verlief eine Aufschüttung, durch die sie in zwei Bahnen geteilt wurde. Um diese „spina“ herum mussten die Lenker ihre Rennwagen führen.

An jedem ihrer Enden standen drei Kegelsäulen aus vergoldeter Bronze (metae) zur deutlichen Markierung.

Die „spina" war 214 m lang und jeder Wagen musste sie 7-mal umlaufen.

Auf der „spina“ standen Statuen und Altäre.


 

Abb Außerdem gab es auf der „spina“ noch zwei hölzerne Gerüste, eines mit sieben ursprünglich hölzernen, später silbernen Delphinen und ein anderes mit ebenso vielen marmornen Eiern, von denen nach jeder Runde als weithin sichtbares Zeichen für den Zuschauer eines herabgenommen wurde.

Diese Vorrichtung diente der Orientierung der Zuschauer bei den Wagenrennen. Mit Hilfe dieser Zählwerke wussten sie genau, in welcher Runde sich das Rennen befand.


Den auffallendsten Schmuck der „spina“ bildete seit Augustus ein 24 Meter hoher Obelisk, den er aus Heliopolis nach Rom gebracht hatte.

Kaiser Constantius fügten dem einen zweiten 32,5 Meter hohen Obelisken hinzu, der aus dem ägyptischen Theben stammte und der heute auf dem Lateranplatz steht.

Es war Sitte, kurz vor Beginn des Rennens Wetten über den Sieg abzuschließen, wobei die ärmeren Zuschauer ihre Sparpfennige, die Reichen aber oft riesige Summen auf den Sieger setzten.

Wenn der Spielgeber durch Fallenlassen eines weißen Tuches das Startsignal gab, stürzten die Gespanne aus ihren Boxen, die durch eiserne Gittertüren verschlossen waren.

Linien auf dem Boden hinderten die Lenker der Wagen auf den ersten 170 Metern daran, die Bahnen zu kreuzen.


Abb Danach durften andere Wagen überholt und abgedrängt werden.

Oft kam es zu Zusammenstößen, Achsenbrüchen und Unfällen, die schwere Verletzungen und Todesstürze nach sich zogen.

Nach sieben Runden war das Ziel erreicht. Der Sieger begab sich dann in eine Ehrenrunde.

So dauerte ein Rennen meistens etwa eine Viertelstunde, wobei es einzig darum ging, welches Gespann als erstes über die Ziellinie fuhr. Ob der Lenker dabei noch im Wagen stand, war nicht entscheidend.

Der Sieger konnte hohe Preisgelder erreichen und erhielt außerdem einen Palmenzweig oder einen grünen Kranz.

Es gab vier nach Farben benannte Rennställe, die bei allen Rennen miteinander wetteiferten - bis zu drei Wagen eines Rennstalles nahmen an einem Rennen teil:

Die Grünen (prasina, in der Farbe des Frühlings), die Roten (russata, in der Farbe des Sommers), die Blauen (veneta, in der Farbe des Herbstes) und die Weißen (alba, in der Farbe des Winters).

Unter Kaiser Domitian wurde die Zahl der Rennställe kurzfristig auf sechs erhöht, indem er eine goldene (aurea) und eine silberne (argentea) Mannschaft hinzufügte, die sich aber nicht lange hielten.

Die Parteien (factiones) verfügten über eigene Ställe, Materialschuppen, Pferde, Wagenlenker, Hilfspersonal und wurden vom Rennveranstalter, was in der Regel ein Konsul, Prätor oder Ädil war, beschäftigt.

Die Anhängerschaft einer Rennpartei identifizierte sich oft völlig mit den Wagenlenkern. Viele Römer nahmen leidenschaftlich Stellung für eine bestimmte Partei ein und bangten um ihren Sieg.

Die Sitzreihen für die Zuschauer bestanden anfangs aus Holz. Dies war aber oft mit der Gefahr des Einsturzes verbunden.

Daher wurden später für die Senatoren Steinplätze errichtet. Die Bodengänge des Untergeschosses dienten als Eingang, teilweise führten sie auch in Tavernen, in den Speisen, Getränke, und Obst verkauft wurden.

Der Circus M. war etwa 240 Tage im Jahr in Betrieb. So groß war die Zahl der Feiertage oder der anderen Vorwände der Römer, um die beliebten Wagenrennen auszutragen. Teilweise fanden pro Tag bis zu 100 Rennen statt.

Die letzten Wagenrennen des antiken Rom veranstaltete im Jahr 549 nach Christus der Ostgotenkönig Totila.

Heute ist von den Tribünen und der Architektur ist so gut wie nichts mehr übrig geblieben. Nur an einer Ecke sind noch die spärlichen Reste der Bühnenfundamente und die eines Turms zu sehen.

Ansonsten sind nur noch die grasbewachsenen Erdwälle vorhanden.

Die Bahnen der Arena sind jedoch in ihren Ausmaßen erhalten und werden wie früher durch einen Mittelwall getrennt.

 

Quelle:
Abbildung: Brockhaus`Konversationslexikon, Vierter Band; Berlin und Wien 1892
Karte: Brockhaus`Konversationslexikon, Vierter Band; Berlin und Wien 1892

Die Fotos stammen von der Foto-CD: "1000 Impressionen Rom & Vatikan"
Weitere Foto-CDs und Infos unter: www.motivschmiede.de

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