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Golden Gate Bridge

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Der Name GOLDEN GATE ( goldenes Tor) bezieht sich auf die Meeresenge zwischen der Bucht von San Francisco und dem Pazifischen Ozean.

Die Seefahrer hatten diesen Zugang jahrhundertelang verfehlt. Ihren Namen erhielt diese Buchteinfahrt im Jahre 1848 von ihrem Entdecker, dem Captain John C. Fremont, weil sie ihn an einen Hafen in Istanbul (ehemals Byzanz) erinnerte, der „Goldenes Horn“ genannt wurde.

Planung und Bau der Brücke

Schon im Jahre 1872 machte man in San Francisco die ersten Pläne zur Überbrückung der Bucht. Doch erst im Jahre 1917 wurde diese Idee von dem Brückenbauingenieur Joseph Baermann Strauss wieder aufgegriffen.

Er bemühte sich jahrelang Geldgeber und Befürworter für dieses gigantische Projekt zu finden.

Erst 20 Jahre nach seinen ersten Entwürfen wurde am 5. Januar 1933 mit dem Bau begonnen. Joeseph Baermann Strauss hatte die Bauleitung während der vierjährigen Bauzeit.

Am 27. Mai 1937 wurde die Golden Gate Bridge fertiggestellt. Im Jahr darauf, kurz nach der Fertigstellung seines Lebenswerkes, ist Joseph Baermann Strauss gestorben.

Er soll einmal gesagt haben: „Es brauchte zwei Jahrzehnte und 200 Millionen Worte, die Leute vom Nutzen der Brücke zu überzeugen, aber nur vier Jahre und 35 Millionen Dollar, sie zu bauen“.

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Der Bau der Brücke in nur vier Jahren war besonders deshalb so schwierig, weil die Fundamente der beiden 227 Meter hohen Pylonen in ständig bewegtem Wasser errichtet werden mussten. Der Begriff „Pylonen“ stammt aus der ägyptischen Baukunst und bezeichnet ursprünglich ein Eingangstor mit zwei wuchtigen Türmen.

Hinzu kam, dass die Strömungen im Golden Gate wegen der großen Gezeitenunterschiede zwischen offenem Meer und Bucht überaus stark sind.

Dieses Meisterwerk der Baukunst haben Hunderte von Arbeitern in nur vierjährige Bauzeit vollbracht; allerdings kamen auch elf Arbeiter ums Leben.

Obwohl sich Joseph Baermann Strauss energisch für neue Sicherheitsbestimmungen wie die Helmpflicht und die Verwendung von Sicherheitsnetzen einsetzte, passierten während der Bauphase mehrere tragische Unfälle, bei denen es Tote und Verletzte gab.

Zehn Männer starben allein, als ein Gerüst zusammenbrach und sie mehr als 70 Meter tief ins Meer stürzten.
Einmal verirrte sich ein Frachter im dichten Nebel und prallte gegen einen der Pfeiler. Letztlich aber rettete das Sicherheitsnetz auch insgesamt 19 Arbeitern das Leben.

 Mit den 227 Meter hohen Pylonen und damit höchsten Pfeilern der Welt weist die Hängebrücke aber nicht den einzigen Rekord auf.

Denn sie hat ferner mit die längsten und dicksten Kabelstränge und die größten Fundamente, die unter Wasser liegen.

 Verbaut wurden 750.00 Tonnen Stahl, 300.000 Kubikmeter Beton, und 125.000 Kilometer Draht. Zusammengehalten wird das Bauwerk mit mehr als 600.000 Nieten, von denen der letzte, der eingesetzt wurde aus reinem Gold ist.

 Der mittlere Abschnitt der Hängebrücke zwischen den beiden Pylonen ist freischwebend und 1280 m lang , maximal schwingt die Brücke seitlich 8,40 m hin und her, 3,30 m nach unten und 1,77 m nach oben.

 

Der Verkehr auf der Golden Gate Bridge 

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Am 28. Mai 1937 um zwölf Uhr mittags wurde die Brücke durch ein telegraphisches Signal von Präsident Franklin D. Roosevelt aus dem Weißen Haus für den Straßenverkehr freigegeben.

 Die sechsspurige Fahrbahn der Brücke hat auf beiden Seiten einen Fahrrad- und Fußweg. Während im Jahr der Eröffnung drei Millionen Fahrzeuge auf der Brücke gezählt wurden, sind es heute jährlich 50 Millionen. Hinzu kommen die 9 Millionen Fußgänger und Radfahrer, welche täglich die Brücke passieren.

Um dieses Verkehrsaufkommen in den Griff zu bekommen, werden täglich mehrfach die Richtungsfahrbahnen geändert. Morgens in der Rush-hour (Hauptverkehrszeit) werden fast alle Fahrspuren in Richtung San Francisco zur Verfügung gestellt.

 Das Anhalten auf der Brücke ist strengstens untersagt, um den Verkehrsfluss nicht zu unterbrechen.

Für das Befahren der Golden Gate Bridge müssen Maut-Gebühren bezahlt werden, die an den elf Stationen der Toll Plaza kassiert werden.

 So nimmt die Stadt täglich ungefähr 100.000 Dollar Wegezoll ein und hat so genügend Geld, um die nicht rostfreie Stahlkonstruktion der Brücke zu schützen.

Die Instandhaltung der Golden Gate Bridge 

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Die hohe Luftfeuchtigkeit, das aggressive Meerwasser und die Abgase der Fahrzeuge, machen es erforderlich, das die Brücke laufend überholt und gestrichen werden muss.

Jährlich sind rund 500.000 Liter Rostschutzfarbe erforderlich, um das Metallgerüst zu streichen. Die Rostschutzfarbe in diesem speziellen Rotton wird extra für die Golden Gate Bridge hergestellt und darf auch nur hier verwendet werden.

Hier haben die Brückenanstreicher, wenn sie schwindelfrei sind, eine Lebensstellung. Denn wenn die Brücke vollständig neu gestrichen ist, was ungefähr vier Jahre dauert, wird sofort wieder mit dem neuen Anstrich begonnen. Auch Nieten, Bolzen, Schrauben und verschlissene Drähte werden ständig neu ersetzt.

Vom Einsturz ist die Brücke weder durch ihr Alter noch durch die Millionen von Autos, die sie jährlich passieren, bedroht.

Eine Gefahr stellen zwei Naturkräfte für die Golden Gate Bridge dar. Die erste Gefahr ist der Wind, der hier oft stärker ist als nur eine sanfte Brise. Bisher aber musste die Brücke erst dreimal wegen zu stürmischer Winde für den Autoverkehr gesperrt werden. Die andere Naturkraft, die eine Gefahr darstellt, sind Erdbeben. Einen ungewöhnlich starken Erdstoß im Jahre 1989 hat die Brücke aber unbeschadet überstanden.


Die Golden Gate Bridge ist wohl eine der am meisten fotografierten Brücken der Welt - und das, obwohl sie sich oft genug in dichtem Nebel versteckt.

Sie ist das Wahrzeichen der Stadt San Francisco, Amerikas schönster Stadt, und neben der Freiheitsstatue von New York wohl auch ein Sinnbild für die USA.

Die Einwohner von San Francisco sind der Meinung, dass man die Brücke in ihrer ganzen Pracht nur erleben kann, wenn man sie zu Fuß überquert. Nur dann erlebt man auch die starken Schwingungen dieser Hängebrücke, die durch den Wind in der Bucht erzeugt werden.

Sie verzeichnet aber auch einen traurigen Rekord. Im Jahre 1995 stürzte sich der tausendste Selbstmörder von der Golden Gate Bridge in den Tod. Damit hatte der Baumeister Joseph Baermann Strauss, der hier sein Lebenswerk geschaffen hat, sicher nicht gerechnet.

 

Quelle:
Foto: Copyright © 2004 Medienwerkstatt Mühlacker Verlagsgesellschaft mbH und deren Lizenzgeber. Alle Rechte vorbehalten. (G.F.)

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