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Chinatown

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San Franciscos Chinatown ist das größte chinesische Wohnviertel außerhalb Asiens und eine der Attraktionen der Stadt. Hier leben schätzungsweise 80.000 Menschen chinesischer Abstammung, das ist etwa ein Zehntel der Einwohnerzahl von San Francisco.

 

Hier, wo die Straßenschilder zweisprachig sind und vorwiegend chinesiche Zeitungen verkauft werden, sprechen viele der Nachkömmlinge der ersten Einwanderer noch kein Englisch. Ältere Leute verlassen die Siedlung nur ungern, denn in Chinatown können sie sich wie in ihrer Heimat fühlen.

 

Die Hauptstraße in Chinatown ist die Grant Avenue, eine der ältesten Straßen der Stadt.

 

Die früheren Opiumhöhlen und Bars sind heute in Chinatown weitgehend verschwunden. Geblieben aber ist die Exotik und Farbenvielfalt in diesem Stadtteil von San Francisco.

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Die ersten Chinesen kamen um das Jahr 1850 nach Californien. Ebenso wie viele andere Einwanderer waren sie vom Goldrausch angelockt worden.

 

James Marshall hatte im Jahre 1848 beim Bau eines Sägewerkes am American River (River bedeutet Fluss), erstmals Gold entdeckt. Diese zuerst in Californien gefundene Goldader hatte eine Länge von ungefähr 193 km.

 

Man wollte die Goldfunde zwar geheimhalten, doch die Nachricht verbreitete sich natürlich rasend schnell. Und nachdem eine Zeitung in San Francisco über die Goldfunde berichtet hatte, verbreitete sich die Kunde schnell in alle Welt und war der Anfang des Goldrausches, der auch die Chinesen ins Land strömen ließ. Innerhalb von nur sechs Jahren kamen 25.000 Chinesen nach Gold Mountain (Goldberg), wie sie Californien nannten.

 

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Doch die Chinesen wurden von den weißen Goldsuchern abgelehnt. Man legte ihnen Sondersteuern auf und erteilte ihnen Arbeitsverbot.

 

Viele der eingewanderten Chinesen, die nicht genug Geld für die Heimreise hatten, zogen sich enttäuscht in das Stadtgebiet von San Francisco zurück. Hier verdienten sie ihren Lebensunterhalt als Hausangestellte oder Köche. Einige eröffneten hier auch die ersten Wäschereien.

 

Den zweiten Einwandererstrom erlebte Californien, als billige Arbeitskräfte für den Bau der Eisenbahnlinien gesucht wurden. Da nur wenige Leute bereit waren, diese wirklich schwere und gefährliche Knochenarbeit für 3 Dollar am Tag auf sich zu nehmen, beschäftigten die Bauherren die ersten Chinesen.

 

Im Jahre 1868 arbeiteten schon 12.000 Asiaten an der Bahnstrecke (Central Pacific), die Chicago mit San Francisco verbinden sollte. Bei ihrer gefährlichen Arbeit als Rottarbeiter (Schienenleger) sind viele Chinesen ums Leben gekommen.

 

Die Männer, die überlebt haben, holten nach und nach ihre Familien ins Land, so dass im Jahre 1875 schon 47.000 Chinesen in San Francisco lebten.

 

Da sie von der übrigen Bevölkerung auch weiterhin abgelehnt wurden, entstand das Ghetto „Chinatown“ (Ghetto nennt man ein in der Stadt abgetrenntes Viertel für Minderheiten).

 

Weil die Chinesen jede Art von Arbeit annahmen, wurden sie noch mehr abgelehnt. So kam es dazu, dass im Jahre 1882 der „Chinese Exclusion Act“ vom Kongress beschlossen wurde, was bedeutete, dass keine Chinesen mehr einwandern durften.

 

Durch das große Erdbeben von 1906 und das dadurch auslöste Feuer wurde Chinatown völlig zerstört. Doch durch den Fleiß, Ehrgeiz und die Disziplin der Chinesen war Chinatown schnell wieder aufgebaut und präsentiert sich heute als ein Stadtteil, der viele Menschen anzieht. Denn den Wiederaufbau nahmen die Chinesen zum Anlass, das heutige Chinatown ganz im chinesischen Stil zu errichten.

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Auch wurden die Einwanderungsbestimmungen in den sechziger Jahren geändert, so dass wieder viele Chinesen einwandern konnten. Inzwischen liegt der Bildungsstand und das Einkommen der Chinesen längst über dem nationalen Durchschnitt. Ihr Fleiß und ihre Strebsamkeit haben ihnen den Titel „model minority“ einbracht, was soviel bedeutet wie vorbildliche Minderheit.

 

Auch wenn viele vornehme und reiche Chinesen inzwischen in anderen Stadtteilen von San Francisco leben, ist Chinatown noch immer der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt.

 

Hunderte von kleinen Souvenierläden reihen sich hier aneinander, in denen man Gegenstände aus Jade, Elfenbein, Porzellan, Bambus und Teakholz kaufen kann.

 

In den Restaurants hängt das Geflügel in den Schaufenstern und über der ganzen Gegend schwebt ein ganz typischer Geruch nach Tee, Gewürzen wie Ingwer, Weihrauchschwaden und vielem mehr. Auf den Straßen herrscht ein unaufhörliches Gewimmel, eine erdrückende Menschenmenge und viel Verkehr.

 

Daher kann man Chinatown auch nur zu Fuß besuchen, denn die Straßen sind völlig verstopft, und die Parkplatzsuche kommt einem Glücksspiel gleich.

 

 

Quelle:
Foto: Copyright © 2004 Medienwerkstatt Mühlacker Verlagsgesellschaft mbH und deren Lizenzgeber. Alle Rechte vorbehalten. (G.F.)

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